Macht „fast“ nichts?

Die Abbildung zeigt eine mit Puffer befüllte Mikrotiterplatte, die mittels Deckel gegen Verunreinigung geschützt ist. Es gibt auch Labore, welche die Mikrotiterplatten lieber mit Folie abdecken. Der Zweck entscheidet. Das ist hier nicht das „Problem“.

Neulich bei einer Begutachtungsbegehung stellte die Beobachtung, um die es hier geht,  ganz klar eine „Nichtkonformität“ dar.

 

Die Ursache des Problems liegt in den unterschiedlichen Inkubationstemperaturen während (in diesem Fall) eines ELISA-Tests, kann analog aber auch Arbeiten in der Zellkulturbetreffen, selbst wenn Temperaturen konstant gehalten werden (z.B. Zytotoxizitätstests mit langer Inkubationszeit). Die Tatsache des Vorliegens eines Problems ist an dem im zentralen Bereich beschlagenen/leicht trüben Deckel zu erkennen.

Die Kavitäten (Wells) der Mikrotiterplatte wirken wie ein Temperaturpuffer, ähnlich einer Noppenfolie. Temperaturänderungen während der Inkubation erfassen die zentraler gelegenen Wells also nur verzögert. Chemische und biochemische Reaktionen zeigen eine deutliche Temperaturabhängigkeit. Als Daumenwert geht man von einer Verdoppelung der Reaktionsgeschwindigkeit als Folge einer Temperaturerhöhung um 10°C aus. Erschwerend kommt hinzu, dass Reaktionen zu ihrem Beginn meist schneller ablaufen als im weiteren Verlauf.  Aus Zeitersparnis oder zur besseren Differenzierung der Testergebnisse ist es üblich, Tests nach einer bestimmten Reaktionszeit abzubrechen / zu stoppen. Damit werden Unterschiede ebenfalls fixiert.

Im Zellkulturbrutschrank verdampft das Kulturmedium in den äußeren Wells schneller als zur Mitte hin. Es kann sowohl zu osmotischen Effekten als auch zu zytotoxischen Effekten kommen.

Für die meisten der angesprochenen Probleme gibt es angemessene Gegenmaßnahmen.

  • Ein passend zugeschnittener Aluminiumblock unter der Mikrotiterplatte kann für eine gleichmäßige Temperatur sorgen.
  • Medienwechsel sollten stets mit Medien erfolgen, deren Temperatur angepasst wurden.
  • Verdampfungseffekten am Plattenrand kann durch eine Wasserdampfgesättigte Atmosphäre begegnet werden.

Im Erkennen des Vorliegen eines Problems liegt der erste Schritt zur Lösung. In unterschiedlichen Vertiefungen der Platte verteilte Vergleichsproben können gute Hinweise geben. Ein IR-Thermometer erfasst Temperaturen aus angemessener Entfernung und gibt Hinweise auf Temperaturunterschiede. Soll der Begasungsbrutschrank trocken gefahren werden, weil Kontaminationsrisiken einzugrenzen sind, spricht meist wenig gegen eine Inkubation von Mikrotiterplatten in feuchten Kammern. In einer Box und auf einem Gitter, unter dem sich eine Kupfersulfatlösung befindet, sollte sich eine wasserdampfgesättigte Atmosphäre einstellen. Das Kupfersulfat sorgt dabei für keimarme Verhältnisse. (So no Keim is Abel)

Schule, die Forschung macht

Mit „Forschung, die Schule macht“ betitelte Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur“ eine Projekt-Ankündigung. „Niedersachsen fördert neues Zentrum für empirische Forschung mit 5,8 Millionen Euro“ und will dafür die Frage nach der Lernfähigkeit seines Bildungssystems beleuchtet wissen. In einem Land, dessen Bildungsvergleichsergebnisse nur eine Richtung zu kennen scheinen und dessen hauptsächliche Ressource die Qualifikation seiner Bewohner ist, präsentiert sich diese Frage vital. Die Aufgabenstellung geht von einer bestimmten Sehweise und Wertung aus, stellt Kompetenz von übergeordnet Handelnden und hinterfragt nicht ihre Vorgaben. Geschlechterproportz der Lehrkräfte, MINT-Orientierung und -Kompetenzen …. Forschung ihre Berechtigung haben. Die im System befindlichen Lernenden sollten möglichst schon heute von Ergebnissen profitieren und in einer Doppelstrategie – wo immer sinnvoll und möglich – eigene Kompetenzen entwickeln, stärken und Motivation in Ergebnisse umsetzen. Als ein wirkmächtiger Katalysator im Sinn von Individuum, Schule und Gesellschaft könnte die Forschung & Entwicklung im MINT-Bereich an Schulen selbst entwickelt werden.

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Trixie und Raspi 3, ein wunderbares Paar!


Seit August 2025 ist die Debian-Linux-Distribution „Trixie“ als aktuelles Raspian OS für den Raspberry Pi verfügbar. „Trixie“ läuft in einer 64Bit-Version auch auf RaspberryPi 3B. Im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft der Technik-Garage wurde Atomspektrometer aus Klemmbausteinen der Imlau Research Group der Uni Osnabrück nachgebaut, um Lichtquellen für ihren Einsatz in der Pflanzenzellkultur qualifizieren zu können. Wesentliches Bauteil ist dabei eine Zeilenkamera / Scannerzeile von Eureca.

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„Richtig“ ist manchmal unmöglich

Pipetten BildKolbenhubpipetten mit Luftpolster sind laut Prüfanweisung für einen senkrechten Gebrauch vorgesehen. Sie arbeiten im Inneren mit einem Luftpolster dessen Volumen durch die Betätigung eines Kolbens (im Bild mit gelbem bzw. blauen Knopf) verändert werden kann. Dabei benötugt diese Art von Pipetten Pipettenspitzen für den einmaligen Gebrauch. Die Prüfanweisung des Herstellers sieht nicht nur eine Verwendung in senkrechter Gebrauchslage vor, sie gibt für die Überprüfung zudem demineralisiertes Wasser als Medium vor.

Für ein Labor sind das Ausnahmebedingungen, darum sind die Auswirkungen von Abweichungen von diesen Vorgaben zu prüfen, damit Ergebnisaussagen entweder mit einem entsprechenden Sicherheitsaufschlag in Bezug auf die Unpräzision zu versehen oder die Handhabungsvorgaben und Prüf-/Fertigungsverfahren angemessen anzupassen sind.

Hierzu einige Überlegungen und später auch Ergebnisse.

Wer hält sich praktisch an die für den jeweiligen Pipettentyp vorgesehene Wartezeit (auch Nachlaufzeit genannt) von Pipetten oder achtet auf die „richtige“ Pipette mit einer passenden Wartezeit? Bei einer Wartezeit von 3 bis 5 Sekunden addieren sich diese für eine Pipettierung einer Standardmikrotiterplatte mit 96 Vertiefungen auf 3 x 96 = 288 Sekunden! Bei der vorgesehenen Anzahl von Pipettierungen zur Vorbefeuchtung …. nicht praktikabel.

ABA bitte mal schnell die Spaltöffnungen schließen

Abscisinsäure ist ein natürliches Pflanzenhormon. Es fördert nicht nur die Pflanzenruhe, es spielt auch eine Rolle bei der Reaktion auf Stressfaktoren wie Trockenheit,  Hitze oder Salz bei Pflanzen. In ihrer Veröffentlichung in Plant Cell Reports vom Juni 2025 „Myosin XI coordinates ABA-induced stomatal closure via microtubule stability and ROS synthesis in drought-stressed Arabidopsis“ setzen Haiyang Liu und Motoki Tominaga (https://doi.org/10.1007/s00299-025-03538-2) unterschiedliche ABA Konzentrationen und führen biologische Empfindlichkeitstests durch. Einen Eindruck der Reaktionsgeschwindigkeit von Spaltöffnung auf die Gabe von ABA vermittelt das folgende auf Youtube veröffentlichts Video, das allerdings aus einem anderen Kontext stammt.

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