Geld für neue Gene

Die „Technology Review“ titelt „Warten auf die Erleuchtung“ und berichtet von einem Kickstarter-Projekt, das seit 2013 mehr als 500000$ verbrannt hat und gewillt ist, weiteres Geld zu verbrennen. Das Projekt „Glowing Plant“ hat die Absicht, Arabidopsis-Pflanzen gentechnisch zu verändern, Gene in einer Weise einzupflanzen, dass die Pflanze von sich aus leuchtet.

Wie bei Kickstarterprojekten üblich sollten die Spender bei Fertigstellung des Projekts etwas bekommen. Hier sollte sie eine gentechnisch veränderte, leuchtende Pflanze erhalten.Im Rahmen dieses Projekts der synthetischen Biologie sollen dem Erbgut von Pflanzen Gene hinzugefügt werden, wie es das iGEM-Team 2010 aus Cambridge mit ihren eGlowli-Bakterien gemacht hatten. Die hatten das System, das Glühwürmchen leuchten lässt (Luciferin) erfolgreich in E.coli eingebaut und das „neue“ Bakterium daraufhin eGlowli genannt.

Ein nicht aktivierbares Luciferin-System (die Projektleiter sprechen von einer Fehlfunktion eines eingebauten Gens) ließe sich gewiss mit Hilfe von Gene-Editing noch in Funktion versetzen.

Der Punkt ist nicht, dass ein Kickstarterprojekt Geld verbrannt hat. Wären Erfolge garantiert, würden die Projekte auch bankenfinanziert. Wäre es in Europa denkbar, gentechnisch veränderte Organismen – was die Leuchtpflanze sicher wäre – ohne gründliche Prüfung und Zulassung in Verkehr zu bringen? Was im Labor kontrollierbar sein mag, muss im Freiland nicht harmlos bleiben.

„How We Make The Glowing Plant

We make our plant using the tools of synthetic biology, using a design print transform cycle. We design our DNA sequences on a computer using special Biocad software, then we make the DNA using DNA laser printing before using a Gene Gun to insert the DNA into our plant. The more we iterate through the cycle, the brighter the plant will be. Every pre-order helps us increase the number of iterations we can do.“
Zitat von der Webseite. Die Herstellung von Samen und die Verbreitung sind eindeutige Ziele. Eine hinreichende Würdigung von Risiken fehlt, da helfen auch die schönen Titel der sich äußernden Personen nicht.
Die Macher machen weiter. Nun sammeln sie Geld für ein Duftmoos und machen weiter an biologisch leuchtenden Lampen (in Kooperation mit einem europäischen? Team).
Der folgende Abschnitt wurde aus vimeo entnommen.

Ambio, bacterial lamp by Teresa van Dongen from Teresa van Dongen on Vimeo.

Ocean waves glowing blue in the dark of night, anyone who has ever experienced this knows how magical it looks. The phenomenon is caused by bioluminescent micro-organisms in seawater that emit light when provided with oxygen every time a wave turnes. This principle inspired Teresa van Dongen to combine her passion for design and biology in a bioluminescent light installation. Ambio balances two weights and a glass tube half-filled with a „Artificial Seawater Medium“ containing a carefully selected type of these unique luminescent species. Give the lamp a gentle push every so often and the weights will keep it moving and thus glowing. Ambio is a visualization of a research on how to use nature as a source of energy.

The bacteria (Photobacterium species, isolated from the octopus) are provided by B.M. Joosse and R.M.P. Groen, two Life Science and Technology students at the TU Delft who currently work on prolonging the lifespan of the population for a possible next generation of Ambio.

Copyright Teresa van Dongen, 2014
http://teresavandongen.com/

Den Machern wünscht man ein wenig mehr Sensibilität im Umgang mit gentechnischen Methoden und Produkten. Gerne würde man etwas über eine Risikoabschätzung oder entsprechende kooperationen lesen. Neues Geld allein genügt nicht.

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