mbed beim Arduino-Stammtisch Hannover

Helmut_mbed_VortragAm 17. August war es soweit, „Einführung in die ARM-Cortex-M Entwicklungsplattform “mbed.com“ beim Arduino-Stammtisch in Hannover.

Für den Blick über den Tellerrand gibt es immer Gründe, aber es müssen gute Gründe sein, wenn sich daraus mehr als Blick und Prüfung entwickeln soll. Helmut Tschemernjak hat sich die Arbeit gemacht, Erfahrungen gesammelt und stellte nun die neue Plattform und die zugehörigen MCUs vor. Der etwa eineinhalbstündige Vortrag mit diversen Vorführungen offenbarte ein unglaublich großes Angebot an Entwicklungsboards, die sich leicht als Feature-Dschungel gerieren können.

Nucleo-64Eines der vorgestellten Boards war das STM32L476 Nucleo-64. Seine Eigenschaften: ARM Cortex-M4 80 MHz; 1-MB Flash, 128-KN SRAM …. . Wie es so oder mit ähnlichen Eigenschaften zum Beispiel bei Conrad für um 20 Euro zu kaufen ist.

Ist das jetzt ein Arduino-Clon?

Die linke Seite des Boards ist ein Debugger, die im Bild rechte Seite enthält tatsächlich Header, die Arduino-Shields aufnehmen können. Die MCU läuft jedoch auf 3,3 V, ist aber 5 V-tolerant. Alle Pins sind herausgeführt, weshalb sich das Board an der Außenkante als Igel präsentiert. Der Debugger / Programmer kann für den späteren Betrieb abgebrochen werden. Da es viele „Verwandte“ gibt, lohnt sich eine zu detailierte Beschreibung eines Einzelboards nicht. Jedenfalls gibt es für alle denkbaren Bedürfnisse bedürfnisgerechte Lösungen.

Auch formfaktorentsprechende Lösungen, die auf Mitbewerb zum Arduino-Nano schielen, gibt es. Was aber hilft die schönste Hardware ohne Brainware und Support?

ARM-Cortex-M-mbed-v3-I.001Hier erreichte ein guter Vortrag seine besondere Stärke, denn die für Entwickler nach Anmeldung freie Online-Entwicklungsumgebung konnte in ihrer Funktion an vielen Beispielen gut nachvollzogen werden. Helmut Tschemernjak führte „Hands on“ in die ARM-Cortex-M Entwicklungsplattform “mbed.com” ein. https://www.mbed.com/en/

Die kostenlose mbed Plattform  ermöglicht die schnelle Entwicklung von Projekten für 32-bit ARM basierenden Entwicklerboards (MCUs). Inzwischen gibt es über 100 fertige Boards für Entwickler von allen gängigen MCU Herstellen mit einer Bandbreite von BBC micro:bit (M0 16KB RAM) bis zum leistungsfähigen Cortex-A9. Die ARM mbed Entwicklerseite bietet eine Web basierte Entwicklungsumgebung mit Compiler, Bibliotheken, Versionsverwaltung , sowie ein Entwicklerforum. Das zugrundeliegende “mbed” Betriebssystem ermöglich, das Entwicklungen problemlos auf allen unterstützten Boards, bzw. MCUs genutzt werden können.

C++, freier Zugriff quelloffene Bibliotheken, Nutzer-Support …. . Die Entwicklungsboard müssen nicht wie bei Arduino am Rechner mit einem speziellen Treiber versehen werden. Sie melden sich als USB-Stick an. Das eigene Programm wird vom online-Compiler übersetzt und kann anschließend auf dem Board „gespeichert“ werden. Sehr flüssig.

Soll die Entwicklung aber offline / lokal betrieben werden, so gibt es kommerzielle Lösungen, die sich oberhalb von 3 kEuro bewegen. Für beginnende Entwicklier ist das keine Lösung. Offline sind auch oft Prüfungen und Kurse. Hier scheint ein grundsätzliches Problem zu schlummern.

Die vorgestellen MCUs und die mbed-Plattform sind sicher keine 42 (Lösung aller Probleme), aber sie bereichern das Spektrum möglicher Lösungen entscheidend für Entwickelnde, die sich eine Kommerzialisierung ihres Projektes vorstellen können.

Die (persönliche Schützung) etwa 20-30 gebannt lauschenden Zuhörerinnen und Zuhörer haben in einem sehr guten und informationdichten Vortrag, einen weiteren „Baustein“ für Lösungen auf den Weg bekommen, der noch grundlicher Wägung bedarf. Es entstand beim Autor dieser Zeilen nicht der Eindruck, der Arduino-Stammtisch würde nun sofort mit fliegenden Fahnen ins mbed wechslen. Die neuen Möglichkeiten und Horizonte werden aber sicher ihre Spuren in kommenden Projekten hinterlassen.

 

 

Schreibe einen Kommentar