Denk Mal Garten Fest 2018 – Biokunststoffe in Hochschule Hannover

Eine Erinnerung zur steten Ermahnung. Die Problematik der jüdischen Gartenbauschule in Ahlem erstand mittels der Gedenktafeln für den Besucher der Veranstaltung neu. Erinnerungen an Handeln und Schuld in einer Zeit, die heute so aktuell wie selten scheint. Zukunft baut auf Erinnerung und Lernen.

Lernen wollten Besucher des Festes über die Gestaltung einer tragfähigen Zukunft. In Vorträgen wollte das Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) über den Abbau und die Umweltproblematik von Kunststoff und Biokunststoffen informieren.

Das imposante, neue Technikum des IfBB für mehr als 20 Mio. Euro (Betrag ist Insidergesprächen entnommen) mit Extrudern und Robotern stand neugierigen Besuchenden offen. Besuchende der Vorträge zeigten sich zum Teil deutlich vorinformiert und stellten viele, fachliche Fragen.

Frage: Wie lange benötigt eine falsch entsorgte Plastiktüte bis sie ins Meer gelangt? Dies wäre doch eine mögliche Frist innerhalb derer der vollständige biologische Abbau erfolgen müsste, wenn man die Meere schützen will.

Frage: Die neuen Maschinen im Technikum sollen vor allem Gemische von biologischem und olefinbasiertem Kunststoff herstellen (Info eines Mitarbeiters). Durch die Erstellung von Gemischen von Ölplastik und Biokunststoff beschleunigt sich die Entstehung von Mikroplastik, weil die Ölplastikfasern nach dem Abbau der Biokunststoffanteile alsbald als kleinste Partikel/Fasern freigesetzt werden. Mit welchen Abbauraten rechnen Sie und gibt es Wege die beschleunigte Entstehung von Mikroplastik zu verhindern? Wird daran geforscht?

Frage, Frage, Frage …

Antwort: ?

Mikroplastik wird als Problem des Lebenszyklus‘ von Kunststoffen dargestellt. Autoreifen und deren Abrieb fanden in diesem Kontext in einem Vortrag besondere Erwähnung. Moderne Autoreifen werden als Verbundwerkstoffe hergestellt. Sie bestehen zu großen Teilen aus Gummi, einem nachwachsenden Rohstoff, der kein Mikroplastik bildet, Ruß, Silicat und unterschiedlichen Anteilen olefinbasierten Kunststoffen. Nylon, Stahl und Co erzeugen während der Nutzung keinen Abrieb/kein Mikroplastik. Der von den Laufflächen erzeugte Feinstaub gilt da schon als problematischer, was aber hier nicht thematisiert werden sollte, da „Biokunststoffe“ im Zentrum der Vorträge stehen sollten. Die Art der Kunststoffe, die Mengenanteile …. Vieles hätte man da gern erfahren, doch blieben diese Informationen aus. War das eine der überraschenden Begegnungen mit Graf Zahl aus der Sesamstraße? Der zeigt sich dem geneigten Publikum gegenüber meist auskunftsfreudiger.

Technische Aufbauten und Stände zum Thema Abbau / Verbundstoffe …

Im Technikum sollen für die Industrie / in Kooperation mit „der“ Industrie Verbundkunststoffe hergestellt werden. Die Maschinen wurden gerne erklärt, neue Erkenntnisse konnte es noch nicht geben. Dafür ist das Technikum zu neu. Klar aber wurde: GEHEIM. Zwischen Spritzgussmaschinen stehen Roboter. Spritzgussmaschinen aus einheimischer Produktionen und Roboter aus Augsburg – aber in chinesischem Besitz.

KUKA Industrial Robots IR.jpg
Von MixabestEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Die obige Aufnahme ist dem Wikipedia-Artikel zur Kuka AG entnommen. Er zeigt Robotarme, die gegenüber den aktuellen, im IfBB eingesetzten Exemplaren geradezu vorsintflutlich anmuten.

Wie geheim sind „Forschungen“, wenn die Elektronik der im Verbund arbeitenden Roboter nur durch das Fachpersonal der Firma betreut werden kann? Sollten Forschungen, die mit großen Steuermittelaufwand unterstützt werden überhaupt den Stempel „geheim“ tragen dürfen? Dies mag ein marginalisierbarer oder ungewisser Aspekt sein, der erwartete, hohe Nutzungsanteil durch industrielle Partner jedoch scheint Gewissheit – auch wenn niemand danach fragt.

Besucher hätten gerne Aufbauten zur Erforschung der Entstehung und Vermeidung des in Vorträgen ewig wiederholt beklagten Mikroplastiks bewundert.

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