Nahrung für die grauen Zellen

€ & $ Gute Bücher haben ihren Preis. Das gilt auch für die im Folgenden vorgestellten Werke.

Diese Bücher kosten kein Geld, aber sie fesseln und sind erst zufrieden, wenn das in ihnen schlummernde Wissen zu aktivem Wissen des Lesers geworden ist – und damit kosten sie Zeit.

Technik-Garagisten und Gleichgesinnte verlieren bestimmt keine Zeit durch einen Blick in den Wikibooks:Buchkatalog/ Naturwissenschaften und Technik. Stellvertretend seien Werke genannt, die besonderes Interesse wert sind.

1. Biochemie und Pathobiochemie / Kompendium der humanmedizinischen Biochemie und Pathobiochemie für Humanmediziner, Naturwissenschaftler und andere Interessierte. Eine Druckversion wird optional angeboten. In diesem Fall wird das Buch in seiner 171-seitigen pdf-Version angezeigt. Die Überschriften der Kapitel und Unterkapitel gleichen denen klassischer Biochemiebücher. Grundlagen der Biochemie mit den Unterkapiteln Bausteine des Lebens“, „Energetik chemischer Reaktionen“, „Enzyme“, „Kohlenhydratstoffwechsel“ … bis zur Biochemie der Spurenelemente.

Erklärungen erfolgen stets zielorientiert, in geläufiger Sprache und frei von rhetorischer Diarrhoe. Das Kapitel über Enzyme mag ein gutes Beispiel sein. Michaelis-Menten-Kinetik, Cofaktoren, Lineweaver-Burk-Auftragung, Enzyminhibition werden kurz und griffig erklärt und mit Grafiken veranschaulicht. Im Gegensatz zur „… for Dummies“-Serie geht es um die Sache. Leider fehlen Beispiele zum Rechnen und Links auf Praktikumsversuche. Erwähnenswert auch die 1086-seitige Pathologie.

2. Mykorrhiza Pilz-Wurzel-Symbiosen  von Ingrid Kottke. Der Stand der Erkenntnis ist mit Dezember 2016 sehr aktuell und wird beständig aktualisiert. Wurzelsymbiosen sind die Regel und keine Ausnahme. Wurzelsymbiosen sind meist überaus spezifisch. Verwandte Arten bilden Mykorrhiza-Netzwerke. Besonderen Wert erhält das 140-seitige Buch durch sein hervorragende Abbildungen. Auch für ausgefuchste Botaniker hält das Werk noch manche Erkentnis bereit. Besonders wertvoll, weil nie langweilig.

3. Die Medizinische Mikrobiologie aus dem Jahr 2011 ist trotz ihrer stattlichen 1054 Seiten noch keineswegs komplett. So gibt es von einigen Kapitel nur Überschriften. Die meisten Kapitel aber sind fundiert und reich an Material. Wenn der inhaltliche Fokus auch dem Titel gerecht wird und die Mikrobiologie mit medizinischer Relevanz im Vordergrund steht, so bieten sich auch fruchtbare Hinweise für den Umgang im Labor, den Umgang mit Tieren und die (mikro-)biologische Forschung. Prionen, Viren etc finden ebenfalls zunehmenden Eingang in das Werk. Eine vorangegangene Auflage wurde zum Buch des Monats im August 2006 gekührt.

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